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Airbag
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Überdrucklüftung

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Airbag
Gefahr für das Rettungspersonal oder alles harmlos ?
Der Airbag ist eines von vielen Sicherheitssystemen in Kraftfahrzeugen der heutigen Zeit. Insassen sollen bei Unfällen geschützt werden. In der Anfangsphase gab es den Fahrer- und Beifahrerairbag, mittlerweile geht es weiter mit Seitenairbag, Kopfairbag über Knie- und Fußairbags. Lauter Luftsäcke die Insassen schützen. Aber für die Retter eine große Gefahr, wenn diese Luftsäcke nicht ausgelöst haben.
Wann lösen Airbags aus?
Die Auslösung der Airbags erfolgt nur, wenn bestimmte Kriterien erfüllt werden. Das würde bedeuten, das z.B. der Fahrerairbag nicht bei einem Seitenaufprall und ein Seitenairbag nicht bei einem Frontalaufprall auslöst. Außerdem muss eine bestimmte Geschwindigkeit und Beschleunigung vorhanden sein, sowie der richtige Aufprallwinkel, der bei Fahrer- und Beifahrerairbags + - 30° beträgt Erst dann wird über die Steuereinheit das O.K. für die Auslösung gegeben.
Bei Rettungsarbeiten kann durch Schneid- und Brennarbeiten, hohe Temperatur sowie Zug -und Druckarbeiten mit Zylindern oder Spreizer und Ketten der Gasgenerator beschädigt und der Airbag ausgelöst werden. Bei alten Anlagen können durch Kurzschlüsse Auslösungen erfolgen.
Airbags können auch nach dem Unfall noch aktiv sein. Unterschiedliche Fahrzeughersteller sorgen leider auch für unterschiedliche Deaktivierungszeiten der Airbags, trotzdem Batterien abgeklemmt sind. Mittlerweile beträgt diese Zeit um die 1-60sec. nach unterbrechen der Stromversorgung. Einige Fabrikate wie z.B. Porsche 944 o. 968 Baujahr 90-94 o. Saab 900 Bj. 90-93 können noch bis 20min später auslösen. Was damit bezweckt werden sollte, können auch die Hersteller nicht beantworten.



Volkswagen Fahrerairbag Volkswagen Beifahrerairbag
(Quelle: VW Leitfaden für Rettungsdienste)
Welchen Schutz gibt es für die Rettungskräfte?
Einen sicheren Schutz gibt es nicht !!
Allerdings sollte man einige Sicherheitsregeln kennen.
1. Fahrzeug nach Aufschriften wie "Airbag", "SRS-Airbag"","Seitenairbag" o.ä. überprüfen. Diese Aufschriften findet man im Bereich des Lenkrades, des ehemaligen Handschuhfaches an Türen o. Holmen o. Sitzlehnen. Abstandsregel beachten: ( 90-60-30) 90cm vom Beifahrer-Airbag, 60cm vom Fahrer-Airbag und 30cm von Seiten-Airbags.



von links: Fahrerairbag Beifahrerairbag Seitenairbag
2. Batterie abklemmen. Der Sitz der Batterie kann im Motorraum, im Kofferraum oder unter Rücksitzbänken sein (siehe Batterieeinbauorte Mercedes / Audi)
3. Betreffenden Sitz in die hinterste Position bringen, damit bei der Auslösung der Verunfallte nicht zusätzlich verletzt wird (Drücke bis 100bar, heiße Luft).


4. Lenksäule nicht bewegen oder trennen. Durch Beschädigungen des Gasgenerators kann eine Auslösung erfolgen.
5. Notwendige Beatmung nur vom Rücksitz aus, damit Helfer nicht gefährdet werden.
6. Nicht zwischen Lenkrad und Verletzten aufhalten, sowie in Bereichen der Airbagkennzeichnungen. Bei Auslösung können Helfer Knalltraumen und Verbrennungen erleiden.


Anordnung und Größenverhältnis der Airbags im Audi
7. Airbags können nicht explodieren
8. Bei beschädigtem Gasgenerator sollte der Kontakt mit den Zündpillen vermieden werden, da diese größtenteils aus Natrium-Azid bestehen und somit toxisch wirken.



Neue Airbaggeneration "Hybrid-Airbags"
Kurzinfo
Die Bezeichnung Hybrid (von zweierlei Abkunft) erklärt sich aus einer gewissen Zwitterstellung. Obwohl der Generator nach wie vor pyrotechnisch gezündet wird, übernimmt die Hauptlast der Airbagfüllung ein komprimiertes Gas. Der Treibsatz öffnet eine Gaspatrone, um in einem zweiten Schritt über seine heißen Verbrennungsprodukte das Füllgas soweit anzuwärmen, das es den Luftsack aufblasen kann.
Was unterscheidet den Hybrid-Airbag von den bisherigen Systemen?
Bei einem Full-Size-Fahrerairbag wurden bislang eine größere Menge der Chemikalie "Natrium-Azid" zum Zünden gebracht, die nach dem Abbrennen nur ungiftigen Stickstoff als Füllgas hinterlässt.
Beim Hybrid-Airbag wird dazu eine wesentlich geringere Menge dieser Chemikalie verwendet. Als Füllgas wird eine Mischung aus den Edelgasen "Argon" (98%) und "Helium" (2%) verwendet, welches in einer dickwandigen Stahlpatrone unter einem hohem Druck gespeichert ist.
Vorteile:
Hybrid-Airbags arbeiten mit geringeren Leistungstoleranzen, die sich bei pyrotechnischen Airbags infolge unterschiedlicher Außentemperaturen ergeben.
Die Entfaltung herkömmlicher, also pyrotechnischer Airbags ist deutlich aggressiver, da sie explosionsartiger erfolgt. Dem gegenüber erfolgt die Füllung des Hybrid-Airbags kontrolliert langsamer, da sie konstant und temperaturunabhängiger reagieren. Dieser fordert weniger massive Verstärkungen im Inneren des Instrumententrägers.

Beispiele Batterieeinbauorte Mercedes / Audi


 

1

Typ 107 (280SL-500SL) Typ 123 (200-300D) Typ 124 (200-500E) Typ 126 (260SE-560SEL,380SEC-560SEC) Typ 163 (M-Klasse) Typ 170 (SLK) Typ 201 (190-190E2.6) Typ 461 (G-Klasse) Typ 463 (G-Klasse) bis 9.96

4

Typ 124 (400E/500E,E420/E500) Typ 129 (280SL-600SL) Typ 140 (S280-S600) Typ 202 (C-Klasse) Typ 208 (CLK) Typen 215,220 (S-Klasse)

2

Typ 168 (A-Klasse)

Mercedes- Klassen

5

Typ 638 (V-Klasse)

3

Typ 210 (E-Klasse)

 

6

Typ 463 (G-Klasse) ab 10.96

Audi- Klassen
Cabrio Motorraum vorn links (V6) Spritzwand (Rest)
Coupé Motorraum vorn links (V6/V16) Spritzwand (Rest) Unter Rücksitzbank links (R5 Turbo)
Audi 80 Motorraum vorn links (V6/V16) Spritzwand (Rest) Kofferraum links (R5 Turbo)
Audi 100/A6(bis 97)/AudiV8 Spritzwand rechts (ohne Klimaanlage/Pollenfilter) Unter Rücksitzbank rechts (mit Klimaanlage/Pollenfilter; gilt für alle V8)
Audi A3 Motorraum vorn links
Audi A4 Spritzwand rechts
Audi A6(ab98) Spritzwand rechts
Audi A8 Kofferraum rechts
Audi TT Motorraum vorn links


Hybrid-Fahrzeug Toyota Prius
Kurzinfo
Seit kurzer Zeit gibt es auch in Deutschland Hybrid-Fahrzeuge. Der Toyota Prius ein Hybrid-Fahrzeug mit Benzin- und Elektroantrieb.
Im Falle eines Verkehrsunfalls stellen sich für die Einsatzkräfte künftig auch Gefahren ein, mit denen man bei Verkehrsunfällen kaum gerechnet hat. Neben den Gefahren von nicht ausgelösten Airbags kommt nun auch noch eine "Hochspannungsbatterie" hinzu. Bei Einsätzen sollte darauf geachtet werden, das die Fahrzeugbatterie, eine Nickel-Metallhydrid-Batterie unter Umständen explodieren kann. Weiterhin besteht die Gefahr einer Verätzung durch Kaliumhydroxid. Die Spannung der Batterie liegt nicht wie im Allgemeinen bekannt bei 12V, sondern da es sich um einen Antrieb handelt, bei ca. 300V. Spannungsführende Teile auf gar keinen Fall berühren!
Einsatzhinweise:
o Sorgfältige Erkundung: Aufkleber, orangefarbene Teile = Hochspannungsteile
o Isolierende Schutzkleidung (Gummi) Augenschutz, Sicherheitsschuhe
o Für den Brandfall: mind. ABC-Pulver besser Brandklasse D
o Zum Neutralisieren der Kaliumsäure sollte wässrige Bohrsäurelösung verwendet werden. Erfolg mit ph-Papier überprüfen
o Keine Kabel und spannungsführende Teile berühren (orange Markierung)
o Gefahr einer heftigen Reaktion mit Wasser
Sollte eine Beschädigung der Hochspannungskomponenten vermutet werden, muß der Stromkreis auf folgende Weise unterbrochen werden:
1. Den Wählhebel auf "P" stellen und die Handbremse anziehen.
2. Den Zündschlüssel abziehen und das Kabel von der Minusklemme der "Hilfsbatterie (2V) abklemmen
3. Servicestecker abziehen (befindet sich unter Seitenabdeckung im Koffer und ist mit 3 Clips zu lösen), ist Orange gekennzeichnet (Batterie ist noch nicht unwirksam, da Kondensator noch 5min Restspannung führt)
4. Sollte bei einem Heckschaden kein Entfernen möglich sein muß im Motorraum die Hochspannungssicherung unt das IGCT-Relais entfernt werden


Quelle: Flashover- Firefighters.de

  Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Witten LE. Buchholz